Gegen das Top-Team von Stella Sud Saarlouis haben unsere Aktiven wahrscheinlich einen Vereinsrekord aufgestellt. Das Durchschnittsalter unserer Kicker betrug gerade mal 20,4 Jahre und lag damit sechs Jahre unter dem des gegnerischen Teams. In Saarlouis trafen wir auf den erwartet spielstarken Gegner, der es in Hälfte eins aber wohl zu sehr auf die leichte Schulter nahm. Da hatten sie die Rechnung aber ohne unsere Youngsters gemacht. Mohamad Aksh und Maurice Desgranges zeigten in der Schaltzentrale eine klasse Leistung, eroberten viele Bälle und leiteten immer wieder gefährliche Angriffe ein. Stella Sud, sichtlich überrascht von unserem auch technisch gefälligen Spiel, konnte sich aber schon zum ersten Mal auf den Mann in Schwarz verlassen. Mit einem Fernschuss wurde Eike Hausknecht praktisch abgeschossen und am angelegten Arm getroffen. Nach dem zweifelhaften Elfmeterpfiff war das 0:1 nur noch Formsache. Auf der Gegenseite hatten wir gleich mehrmals aussichtsreiche Torgelegenheiten. Der Ausgleich entsprang dann aber doch einer Standardsituation. Eike Hausknecht verlängerte am kurzen Pfosten und Leon Weingärtner war am zweiten Pfosten den entscheidenden Schritt schneller. Kurz darauf nutzte Niklas Kassel eine Unachtsamkeit in der gegnerischen Abwehr, als er einem Abwehrspieler den Ball wegspitzelte und dem Keeper geschickt keine Chance ließ. Nun waren wir deutlich das bessere Team und hätten bei etwas mehr Kaltschnäutigkeit schon früher auf 3:1 erhöhen können. So dauerte es aber bis kurz vor der Pause, ehe Niklas Kassel seine starke erste Hälfte mit einem weiteren Treffer krönte. Bei einem Freistoß vom linken Strafraum-Eck rechneten alle mit einer Flanke. Auch der Torwart, der beim Schuss auf den langen Pfosten dann aber irritiert durch seine Vordermänner den Ball passieren lassen musste. In der Pause war es dann, für alle vernehmlich, ziemlich laut in der Kabine. Das Heimteam hatte sich vernehmlich einiges vorgenommen und erhöhte nach dem Wiederanpfiff deutlich Tempo und vor allem Hektik und Zweikampfhärte. Gleichzeitig schien unseren Jungs so langsam Kraft und die nötige Robustheit auzugehen. Dennoch konnten wir das Spiel weiter ausgeglichen gestalten. Die Gäste machten nun richtig Ramba-Zamba auf dem Platz und auch der Schiedsrichter ließ sich anstecken. Nach einer harmlosen Berührung ließ sich ein Gäststürmer cool fallen und der Schiri nahm das Geschenk dankend an. Seine Aussage “die Berührung hat er gesucht”, sagt dann so einiges über die Spielleitung des Mannes aus. Das folgende 2:3 brachte dem Heimteam zusätzlich Auftrieb, während Ludweiler sich, vielleicht aus Angst vor dem Ausgleich, immer weiter zurückfallen ließ. So fiel der Ausgleich fast zwangsläufig. Stella Sud provozierte einen Freistoß nach dem anderen, und unsere Schwäche in dieser Beziehung ist ja hinlänglich bekannt. Eine solche Hereingabe von links rutschte vorbei an Freund und Feind in die lange Ecke zum fälligen Ausgleich. Nun gingen bei uns die Köpfe nach unten, und zwei weitere Treffer nach zugegebenermaßen schön gespielten Angriffen waren die Folge, ehe wir mit einem schönen Angriff durch Maurice nochmals auf 4:5 verkürzen konnten. Nur noch den Ausgleich vor Augen, liefen wir aber postwendend in einen Konter, den Stella Sud im direkten Gegenstoß aus stark abseitsverdächtiger Position im Stile einer Spitzenmannschaft eiskalt ausspielte. Der Treffer zum 4:7 kurz vor Schluss, wieder per Elfmeter war da schon egal. Was für ein schönes und spannendes Spiel, leider mit dem falschen Ergebnis. Aber hoffentlich ein weiteres Spiel, aus dem unser junges Team und Trainer Markus Großmann seine Lehren zieht. Die Leistungskurve zeigt nach einem Zwischentief jedenfalls wieder klar nach oben, und wenn sie im nächsten Spiel gegen Ensdorf ähnlich engagiert und spielerisch stark zu Werke gehen, werden sie sicherlich auch wieder belohnt.